Amina Feld, 33, Künstlerin und Leiterin von Workshops zu generativer KI

Einleitung

Amina Feld legte drei ausgedruckte Bildvarianten auf den Boden ihres Ateliers. Auf den ersten Blick sahen sie stark aus: harte Schatten, leuchtende Farbe, viel Bewegung. Beim zweiten Blick fiel ihr auf, dass eine Signatur im Bild auftauchte, die niemand aus der Gruppe gesetzt hatte.

Amina lebt in Frankfurt am Main, kommt aus Community-Kunst und gibt heute Workshops zu generativer KI. Ihr Thema ist nicht der schnelle Effekt. Sie fragt, welche Spuren ein Bild trägt und wer in einem Datensatz unsichtbar bleibt.

Geschichte des Weges in die KI

Generative Bildmodelle begegneten ihr zuerst als Bedrohung. Plötzlich konnten Systeme Stile nachahmen, die Künstlerinnen über Jahre entwickelt hatten. Amina wollte weder die Werkzeuge feiern noch sie pauschal verbieten. Sie begann, mit eigenen Skizzen, begrenzten Bildsammlungen und klaren Ausschlussregeln zu arbeiten.

Die ersten Versuche waren widersprüchlich. Ein Modell machte aus einer rauen Wand eine Hochglanzfläche. Ein anderes setzte Schmuckdetails ein, die kulturell überhaupt nicht zur Arbeit passten. Amina schrieb nicht nur Prompts um; sie änderte den Ablauf. Vor jeder Bildgenerierung mussten Thema, Rechte, Quellen und No-Gos notiert werden. Erst danach durfte das Tool Varianten liefern.

Aktuelle Arbeit

Heute arbeitet Amina mit Jugendzentren, freien Gruppen und kleinen Galerien. In einem Workshop zeichnen Teilnehmende zuerst selbst, dann erzeugen sie KI-Varianten und legen beides nebeneinander. Die Frage lautet nicht: Welche Version sieht professioneller aus? Sondern: Wo ist eure Entscheidung noch erkennbar?

Der Nutzen liegt in Gesprächen über Urheberschaft, Stil und Sichtbarkeit. Jugendliche lernen, dass ein schönes Bild nicht automatisch ein eigenes Bild ist. Amina nennt auch Grenzen: unklare Trainingsdaten, problematische Ähnlichkeiten, falsche historische Anspielungen. Manchmal wird ein Ergebnis gelöscht, gerade weil es zu gut wirkt.

Persönlicher Rat

„Lass die Maschine Varianten machen, aber nicht deine Herkunft sortieren“, sagt Amina. Für sie ist KI ein Material, das Widerstand braucht: Skizzen, Quellen, Kritik, Menschen im Raum.

Schlüsselfakten

Alter und Ort: 33, Frankfurt am Main.
Hintergrund: freie Kunstszene, Community-Arbeit, Rechtefragen.
Einstieg in KI: Plakat- und Bildexperimente mit dokumentierten Quellen und Korrekturen.
Schwerpunkt heute: generative KI, Kunstvermittlung und Urheberschaft.
Typische Werkzeuge: Bildmodelle, Lizenzprüfung, Workshop-Didaktik.

Werkstattnotiz

Aminas wichtigste Mappe enthält verworfene Bilder. Darin liegen Arbeiten, die technisch glänzten und inhaltlich danebenlagen: falsche Symbole, erfundene Texturen, verdächtig vertraute Kompositionen. Sie prüft weiter, wie viel Dokumentation ein kreativer Prozess verträgt, bevor er bürokratisch wird. Der heikle Punkt bleibt die Grenze zwischen Inspiration und stiller Aneignung.