Luis Marek, 23, Studienabbrecher und Prompt-Engineer für gemeinnützige Organisationen

Einleitung

Luis Marek hatte seine besten Prompt-Ideen selten am Schreibtisch. Oft saß er in der Küche seiner Wohngemeinschaft, zwischen unbezahlten Rechnungen und kaltem Kaffee, und schrieb Varianten für denselben Satz: Wie bittet man eine KI um Hilfe, ohne ihr zu viel Autorität zu geben?

Luis lebt in Berlin und unterstützt gemeinnützige Organisationen bei sicheren KI-Workflows. Der Titel Prompt-Engineer ist ihm manchmal selbst unangenehm. Er weiß, wie schnell er nach Trick und Hype klingt.

Geschichte des Weges in die KI

Nach dem abgebrochenen BWL-Studium schrieb Luis Bewerbungen und merkte, dass Sprachmodelle bei klaren Fragen brauchbarer wurden. Die ersten Ergebnisse waren trotzdem gefährlich glatt. Ein Anschreiben erfand eine Weiterbildung, die er nie gemacht hatte. Später, bei einer Beratungsstelle, schlug ein Modell einen juristischen Absatz vor, der so nicht existierte.

Luis begann deshalb, Prompts wie Arbeitsanweisungen zu behandeln: Ziel, Quellen, Grenzen, Ton, Prüfschritte. Er lernte Evaluationsmethoden, Datenschutzgrundlagen und einfache Wissensdatenbanken. Sein erstes Projekt war ein Set von Schreibassistenten für eine soziale Beratungsstelle. Die Vorlagen sollten Briefe verständlicher machen, aber keine Rechtsberatung ersetzen. Eine feste Zeile blieb in jedem Ablauf: Welche Aussage muss ein Mensch oder eine geprüfte Quelle bestätigen?

Aktuelle Arbeit

Heute arbeitet Luis mit kleinen NGOs, die keine eigene IT-Abteilung haben. Für einen Förderantrag ließ er die KI nur Gliederungsvorschläge und Verständlichkeitsfragen liefern. Zahlen, Wirkungsgeschichten und Zusagen kamen aus dem Team. Bei einem anderen Projekt baute er einen internen Assistenten, der alte Projektberichte durchsucht, aber jedes Ergebnis mit Fundstelle ausgibt.

Die Entlastung ist spürbar, aber begrenzt. Organisationen sparen Zeit bei Rohfassungen und Sortierarbeit. Luis warnt davor, dass generische Texte gerade gemeinnützige Arbeit entkernen können. Wer seine Stimme verliert, spart am falschen Ende.

Persönlicher Rat

„Ein guter Prompt ist keine Zauberformel, sondern eine saubere Grenze“, sagt Luis. Wer mit Sprachmodellen arbeitet, sollte nicht nur fragen: Was kann das Tool schreiben? Wichtiger ist: Was darf es auf keinen Fall behaupten?

Schlüsselfakten

Alter und Ort: 23, Berlin.
Hintergrund: Studienabbruch, finanzielle Unsicherheit, selbstorganisiertes Lernen.
Einstieg in KI: Schreibassistenten mit festen Prüfgrenzen für eine Beratungsstelle.
Schwerpunkt heute: KI-Workflows für gemeinnützige Organisationen.
Typische Werkzeuge: Prompt-Design, Evaluation, einfache Wissensdatenbanken.

Werkstattnotiz

Luis bewahrt einen Prompt auf, der formal perfekt war und trotzdem Unsinn lieferte. Das Problem lag in der fehlenden Quelle, nicht im Satzbau. Seitdem trennt er jede Vorlage in zwei Teile: Arbeitshilfe und Wahrheitsprüfung. Der zweite Teil ist kürzer, aber meistens entscheidender.