Einleitung
Als Maja Schenk zum letzten Mal die Espressomaschine reinigte, war der Strom schon abgemeldet, und im Kühlschrank stand noch ein halber Karton Hafermilch. Die Insolvenz fühlte sich nicht wie ein Kapitelende an, eher wie eine Rechnung, die jeden Morgen neu auf dem Tisch lag.
Heute lebt Maja in Dortmund und coacht kleine Gastronomien bei KI-gestützten Abläufen. Sie redet über Dienstpläne, Einkauf und Wetterprognosen, aber immer mit dem Wissen, dass Software keine fehlende Marge herzaubert.
Geschichte des Weges in die KI
Rückblickend sah Maja Muster, die sie im Tagesgeschäft übersehen hatte: zu viel Ware vor ruhigen Wochen, zu wenig Personal bei lokalen Veranstaltungen, Newsletter erst dann, wenn ohnehin nichts mehr zu retten war. In einem Kurs für digitale Werkzeuge begann sie, alte Daten zu sortieren.
Der erste Wochenplaner war brauchbar und peinlich zugleich. Er verband Wetter, Reservierungen und Einkauf, empfahl aber an einem sonnigen Samstag volle Terrasse, obwohl die Straße vor dem Café wegen Bauarbeiten gesperrt war. Maja notierte: Prognosen brauchen Ortskenntnis. Sie lernte Automationen, einfache Nachfrageprognosen und vor allem, eigene Fehler nicht als Makel aus dem Material zu löschen.
Aktuelle Arbeit
Heute begleitet Maja Gründerinnen und kleine Betriebe. Für einen Imbiss baute sie eine Routine, die Zutatenmengen vorschlägt und Unsicherheit sichtbar macht. Wenn ein Straßenfest, eine Baustelle oder ein Fußballspiel die Zahlen verzerrt, wird die Inhaberin ausdrücklich gefragt, ob die Prognose angepasst werden muss.
Ihre Kunden gewinnen Übersicht, nicht Erlösung. Einkaufslisten werden früher geprüft, Dienstpläne realistischer, Newsletter weniger hektisch. Maja besteht darauf, dass Menschen die letzte Entscheidung behalten, besonders wenn Arbeitszeiten, Trinkgeld und Pausen betroffen sind.
Persönlicher Rat
„Scheitern macht dich nicht automatisch klug. Erst die Inventur danach tut weh genug“, sagt Maja. Ihr Rat ist unbequem: Wer KI einführt, sollte zuerst die eigenen Abläufe ehrlich ansehen, sonst automatisiert man nur altes Chaos.
Schlüsselfakten
Alter und Ort: 40, Dortmund.
Hintergrund: Café-Insolvenz, nichtakademischer Neustart, operative Erfahrung.
Einstieg in KI: Wochenplanung für Einkauf, Personalbedarf und lokale Nachfrage.
Schwerpunkt heute: Workflows für kleine Gastronomie.
Typische Werkzeuge: Workflow-Automation, Prognosemodelle, Newsletter-KI.
Werkstattnotiz
Maja führt eine Liste lokaler Störfaktoren, die kein Standardtool zuverlässig kennt: gesperrte Straße, kalter Wind trotz Sonne, Stammgastgruppe im Urlaub. Einige Punkte wirken banal, bis sie in der Kasse fehlen. Sie prüft weiter, wie viel Ortswissen in Vorlagen passt und wann ein einfacher Anruf beim Nachbarladen die bessere Datenquelle bleibt.