Einleitung
Marco Belloni stand in seinem leeren Restaurant und hörte, wie laut ein ausgeschalteter Kühlschrank sein kann. Die Stühle waren gestapelt, die Espressomaschine verkauft, auf dem Tresen lag noch eine Mappe mit Dienstplänen. Er blätterte darin, obwohl nichts mehr zu planen war.
Heute lebt Marco in Lugano und berät kleine Gastronomiebetriebe bei KI-gestützter Planung. Er spricht selten vom Erfolg, ohne vorher über Fehlkalkulation, Müdigkeit und zu spät gelesene Zahlen zu sprechen.
Geschichte des Weges in die KI
Nach der Insolvenz sichtete Marco alte Reservierungen, Wetterdaten, Liefermengen und Bewertungen. Vieles, was im Alltag wie Pech gewirkt hatte, zeigte Muster: zu viele Aushilfen an ruhigen Tagen, zu große Einkäufe vor unsicheren Wochenenden, blinde Hoffnung bei einer Expansion.
Er begann mit No-Code-Werkzeugen und einfachen Prognosen. Der erste Planer verband Reservierungen, Wetter und lokale Veranstaltungen. Beim Test überschätzte das System einen Feiertag, weil es die Gewohnheiten der Stammgäste nicht kannte. Marco nahm den Fehler ernst. Seitdem fragt jede Auswertung: Welche lokale Ausnahme könnte die Daten verdrehen?
Aktuelle Arbeit
Heute hilft Marco Restaurants, die keine teuren Systeme kaufen können. Für eine kleine Pizzeria baute er eine Routine, die Lieferzeiten vorsichtig schätzt. Bei Unsicherheit schlägt sie ein größeres Zeitfenster vor, statt ein schönes Versprechen abzugeben. Für einen Imbiss sortierte er Bewertungen nach wiederkehrenden Problemen, ohne einzelne Mitarbeitende öffentlich bloßzustellen.
Seine Kunden gewinnen Übersicht, reduzieren Abfall und planen Schichten ruhiger. Marco macht daraus keine Rettungsformel. KI ersetzt kein ehrliches Gespräch über Preise, Miete oder Überforderung. Manchmal lautet die beste Empfehlung, eine Automatisierung gerade nicht einzubauen, weil sie ein schlechtes Geschäftsmodell nur schneller macht.
Persönlicher Rat
„Lass die Zahlen nicht erst sprechen, wenn der Laden leer ist“, sagt Marco. Er meint damit nicht blinde Datengläubigkeit. Tabellen brauchen Menschen, die wissen, wann ein Dorffest, ein Fußballabend oder ein kaputter Lieferwagen alles verändert.
Schlüsselfakten
Alter und Ort: 45, Lugano.
Hintergrund: Gastronomie, Insolvenz, Neustart mit Schuldenerfahrung.
Einstieg in KI: Planungsmodell für Einkauf, Personal und Nachfrage.
Schwerpunkt heute: Automatisierung für kleine Gastronomiebetriebe.
Typische Werkzeuge: No-Code-Automation, Nachfrageprognosen, Bewertungsanalyse.
Werkstattnotiz
Marco hebt einen alten Dienstplan auf, auf dem drei Namen für einen leeren Dienstag standen. Daneben liegt heute eine Modellprognose mit derselben Gefahr in digitaler Form: zu sicher, zu glatt, zu wenig Ort. Er prüft weiter, wie viel lokale Erfahrung in einfache Planer passt, ohne dass die Bedienung wieder kompliziert wird.